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Banken und Fintechs – Von Konkurrenten zu Kooperationspartnern

03.10.2018

Fintechs sind Unternehmen, die digitale und technologische Finanzinnovationen anbieten. Diese Finanztechnologie wird meist von Start-up-Unternehmen und relativ jungen Unternehmen angewandt. Die traditionellen Banken sind dagegen häufig nicht auf dem neuesten Stand der Technologie. Eine Kooperation zwischen FinTech und Bank könnte daher für beide Parteien eine spannende Geschichte sein.

Der digitale Wandel

Schon lange steht ein Konkurrenzgedanke zwischen Banken und Fintechs. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden ist daher keine Selbstverständlichkeit. Der aktuelle Trend lässt aber darauf schließen, dass sich der Konkurrenzgedanke langsam verändert. Kooperationen zwischen Banken und FinTechs geschehen immer häufiger. Grund für die Zusammenarbeit ist vor allem der digitale Wandel, der im vollen Gange ist und alle Branchen, so auch die Finanzbranche, dazu bringt sich neu zu erfinden. Die traditionellen Bankhäuser stehen oft vor dem Problem, dass sie auf dem technischen Level einfach nicht mehr mithalten können. Technologiekonzerne sehen die Schwäche der Banken natürlich als Chance für sich selbst, auch diese Branche einzunehmen. Unternehmen wie Apple und Google übernehmen heute schon klassische Bankdienstleistungen, wie den Zahlungsverkehr. Was Banken und FinTechs verbindet ist ihr gemeinsames „Feindbild“. GAFA (Google, Apple, Facebook und Alphabet Inc.) sind weltweit die vier größten Tech-Riesen, die natürlich im Endeffekt für Banken und FinTechs zum direkten Konkurrenten werden, wenn sie in die Finanzbranche einsteigen. Der Wettbewerb in der Finanzbranche ist sehr groß und die herkömmlichen Banken müssen gut aufpassen, dass sie im Rennen um die Vorreiterstellung, nicht vielleicht schon bald ganz wegfallen.

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen Banken und FinTechs aus?

Mit der Hilfe der FinTechs wollen Banken in Zukunft besser auf die Wünsche und Erwartungen ihrer Kunden eingehen. Auch sollen interne Prozesse durch die Zusammenarbeit verbessert werden. Im Gegenzug für die technische Unterstützung der Banken, sollen die Finanz-Start-ups Zugang zum breiten Kundenstamm der Geldhäuser erhalten. Die Zusammenarbeit zwischen Banken und FinTechs unterscheidet sich bei jeder Kooperation. Teilweise schlüpfen die FinTechs direkt unter das Dach der Banken. Banken kaufen oft Anteile an den Starts-ups, manche in der Hoffnung die Anteile nach einigen Jahren mit höheren Renditen verkaufen zu können. Andere Banken finanzieren und unterstützen die FinTechs, um weiterhin in Zukunft mit ihnen zu kooperieren. Aber da hört die Zusammenarbeit nicht auf. Neu gegründete FinTechs positionieren sich auch verstärkt als Dienstleister für Banken. Die Kooperationen sind sehr breit ausgerichtet. Die Finanz-Start-ups übernehmen auch infrastrukturrelevante Aufgaben oder fachliche Dienstleistungen für die Banken.

Hürden bei der Zusammenarbeit

Bei der Zusammenarbeit treten aber auch Hürden auf zwischen Banken und FinTechs. Neben den Unterschieden in der Geschäftsführung, gibt es auch regulatorische Vorgaben, die zu Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit führen können. Zu diesen Vorgaben zählen unter anderem die Anforderungen an Auslagerungen gemäß der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk), die die deutsche Aufsichtsbehörde BaFin festgelegt hat. Weitere Probleme für die Kooperation sind die Anforderungen der Datenschutzregularien und das Bankgeheimnis. Für die FinTechs sind auch die oft veralteten IT-Systeme von den traditionellen Banken ein Problem, welches die Integration neuer Technologien behindert. Das alles wird aber nur eine Frage der Zeit sein, bis die Banken auch auf technischem Level aufgeholt haben. Die Bankenwelt ist im Wandel und die moderne Technik wird sich durchsetzen sowie sie es auch in anderen Branchen getan hat. Die Frage dabei ist nur, wie schnell die Banken im Rennen aufholen können und ob, es nicht vielleicht doch die FinTechs sind, denen die Zukunft der Finanzbranche gehört.


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Bildquelle: © Syda Productions | Dreamstime.com

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