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Bargeldzahlungen nur noch bis 10.000 Euro anonym möglich

24.08.2017

Seit Juni 2017 gilt in Deutschland eine Obergrenze in Höhe von 10.000 Euro für anonyme Zahlungen, damit wurde die Umsetzung der vierten EU-Geldwäscherichtlinie in deutsches Recht von 15.000 auf 10.000 Euro gesenkt. Es sind nur anonyme Zahlungen betroffen, die viel diskutierte Bargeldobergrenze gilt somit (noch) nicht. Wenn man sich ausweist, dann sind auch höhere Zahlungen möglich.

In vielen Ländern gilt bereits eine Bargeldobergrenze, ob dies in Zukunft auch Deutschland betrifft, bleibt abzuwarten. In Frankreich können Einheimische nur Beträge bis zu 1.000 Euro bar bezahlen, Ausländern sind allerdings Zahlungen bis 10.000 Euro erlaubt. Ähnlich ergeht es den Spaniern, welche bis 2.500 Euro in bar bezahlen dürfen, Touristen können dort aber bis zu 15.000 Euro ausgeben. Doch Vorsicht beim Zoll, denn so viel Bargeld darf nicht einfach mitgenommen werden. In Italien und Belgien sind Bargeschäfte nur bis 3.000 Euro, in Griechenland bis 1.500 Euro und in Portugal bis 1.000 Euro erlaubt. Es gibt noch einige weitere Bargeldobergrenzen, nicht dazu zählen Portugal und Frankreich, hier gibt es keine Begrenzungen.

Ab sofort müssen in Deutschland bei allen Zahlungen über 10.000 Euro ein Personalausweis oder Reisepass des Käufers gezückt werden. Bei der neuen Regelung sind meist Kunst-, Schmuck-, Gold- und Autohändler betroffen, Ausnahmen gibt es aber auch hier: nämlich Banken und Sparkassen. Der Sinn hinter dieser Regelung ist einfach, es soll Geldwäsche unterbunden werden. Es gibt aber bereits einige Kritikerstimmen, besonders laut sind sie aus dem Kunstgewerbe.

Wer denkt, damit sei die generelle Bargeldobergrenze vom Tisch, der irrt. Denn der Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte verkünden lassen, sein Ministerium könne sich eine solche Bargeldobergrenze auch in Deutschland durchaus vorstellen. Doch ob und wann sich diese Regelung umsetzen lässt, ist derzeit noch unklar. Auch gibt es hierzu sehr viele Kritiker, denn die Finanzierung von Terroristen lassen sich dadurch nicht unbedingt unterbinden, denn diese könnten zum Beispiel auf Kryptowährungen wie Bitcoins umsatteln.


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Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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