Der Bund vergleicht zukünftig Girokonten

06.05.2021

Für Girokonten gibt es in Deutschland viele verschiedene Vergleiche – in Zukunft soll auch noch eine komplett staatliche Lösung dazukommen.

Der Bund vergleicht zukünftig Girokonten

Es tut sich in der Welt des Bezahlens etwas, das gilt für neue Produkte genauso wie für die Innovation bestehender. Bewegung gibt es überraschend nun auch in einem Bereich, der für die meisten Verbraucher vermutlich gar nicht einmal so viel Innovation braucht: dem Girokontovergleich. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie, welche die Schaffung eines unabhängigen und für Verbraucher komplett transparenten Vergleichs verschiedener Konten zum Ziel hat. In Deutschland soll diesen nun ein staatlicher Spieler aufbauen.

Bund ersetzt Check24 beim neuen Girokontovergleich

Die Grundidee in Deutschland war eigentlich eine andere. Private Spieler sollten das neue Gesetz umsetzen und die Möglichkeit eines transparenten und eines von Provisionen unabhängigen Girokontovergleichs ins Internet bringen. Doch aufgrund hoher Kosten haben sich die meisten Spieler schnell wieder zurückgezogen und wollten mit dem Projekt doch nichts mehr zu tun haben. Eine gute Entscheidung, wie sich später zeigen sollte. Versucht hat es somit nur Check24, doch auch das große Vergleichsportal hat sich die Verbringer verbrannt. Trotz Zertifizierung musste der Vergleich schnell wieder abgeschaltet werden. Verbraucherschützer hatten geklagt, dass Check24 nicht den gesamten Markt abdecken würde.

Teure Datenbank für alle Daten zu Girokonten

Check24 hatte argumentiert, dass das Portal gar nicht alle Konten und Banken abdecken könne, solange es keine zentrale Datenbank für alle Kosten und Leistungen von Banken in Deutschland gäbe. Anstatt eine solche für das Portal zur Verfügung zu stellen, will der Bund nun selbst eine solche Datenbank aufbauen. Hier sollen die Banken alle Daten hinterlegen und sich auch um die Kosten für die entsprechende Lösung kümmern. Insgesamt 1,5 Millionen Euro pro Jahr sind eingeplant, die von den Instituten selbst finanziert werden müssen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass tatsächlich eine Übersicht über alle Girokonten und deren Kosten- und Leistungsstruktur existiert.

Neuer Girokontovergleich soll erst 2022 starten

Daraus soll in der Folge dann ein wirklich unabhängiger Girokontovergleich entstehen, der konkret von der Bafin umgesetzt werden soll. Die Bundesanstalt für Finanzaufsicht hat den Auftrag erhalten, einen solchen Vergleich bis zum zweiten Quartal 2022 auf die Beine zu stellen. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte des kommenden Jahres sollen Verbraucher dann die Möglichkeit haben, wirklich alle Konten miteinander zu vergleichen und so das günstigste Angebot zu finden. Ob der neue Vergleich allerdings allzu sehr angenommen wird, gilt als unklar – auch bei Check24 war der Andrang auf den unabhängigen Vergleich nicht allzu groß. In jedem Fall gilt aber weiterhin: Mit jedem günstigen Girokonto lässt sich auch die kostenlose Deutschland-Kreditkarte verknüpfen!

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