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Die Währungsreform von 1948

27.02.2019

Es ist rund 70 Jahre her, dass die Reichsmark aus der deutschen Wirtschaft und den Haushalten verschwand. Für das Deutschland der Nachkriegszeit begann mit diesem Einschnitt eine ganz neue Ära und eine neu gefundene Stabilität ihrer Wirtschaft.

Das Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit

Es ist heute ganz normal, dass innerhalb der Europäischen Union mit dem Euro gezahlt werden kann. Auch wenn er zu Anfang sehr unbeliebt war, kann niemand leugnen, dass der Euro doch sehr praktisch ist. Vor 70 Jahren sah dies aber noch ganz anders aus. In den drei Westzonen des besetzten Deutschlands kam es, erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg, zu einer Währungsreform. Für diejenigen, die die Einführung der Deutschen Mark 1948 mitbekamen, war es wie ein Schlüsselerlebnis. Über Nacht füllten sich die Schaufenster mit Waren, die zuvor restlos ausverkauft waren. Händler wollten ihre Waren nämlich nicht gegen die schon baldige alte Reichsmark verkaufen und horteten deshalb viele der Waren. Im kollektiven Gedächtnis der Deutschen markiert die Währungsreform von 1948 ein völlig unerwartetes „Wirtschaftswunder“. Von einem wirklichen Wunder kann bei der Währungsreform aber nicht gesprochen werden. Es gab nämlich drei Gründe für ihren Erfolg. Erstens war die Reform hart und radikal. Über 90 Prozent der Ersparnisse der Verbraucher wurden von jetzt auf gleich vernichtet. Es gab aber auch keine Möglichkeit die Sparer außen vor zu lassen, denn dies hätte nur eine Geldentwertung ausgelöst. Der zweite Grund war, dass es einfach keine Alternative nach dem Krieg gab. Die Währungsreform musste geschehen, damit die Zwangswirtschaft der vorherigen Jahre endlich enden konnte. Der dritte und letzte Grund warum die Währungsreform funktionierte, war, dass die Lage in Werkstätten und Fabriken nicht ganz so schlimm war, wie zuvor vermutet. Viele Maschinen und Anlagen funktionierten noch und dank der Flüchtlinge aus der Sowjetischen Besatzungszone gab es mehr Arbeitskräfte als zuvor.

Eingliederung der DDR

Während die Einführung der D-Mark in Westdeutschland mehr oder weniger ein Wirtschaftswunder auslöste, so passierte das exakte Gegenteil in der DDR (Deutsche Demokratische Republik). Als 1990 die DDR an die BRD (Bundesrepublik Deutschland) angegliedert wurde, wurde nicht nur eine stabile Währung eingeführt, sondern die DDR musste sich auch einem sehr viel teureren Wirtschaftsgebiet anschließen. Für Ostdeutschland löste die Einführung der neuen Währung eine Deindustrialisierung aus. Westdeutschland musste mit Transfers in dreifacher Milliardenhöhe dagegenhalten. Zudem waren die Fabriken in der ehemaligen DDR zwar nicht zerstört durch den Krieg, aber sie waren meist nicht mehr in der Lage marktgängige Produkte zu liefern. Politisch gesehen war die Angliederung der ehemaligen DDR zwar nötig, aber aus ökonomischer Sicht war sie ein großer Fehler. Die Folgen der Angliederung wirken bis heute, beispielweise in der Angleichung von Löhnen, Renten und Mindestlöhnen.

Die Einführung des Euros – Fluch oder Segen?

Mit dem Erfolg der D-Mark ist es ein Leichtes an der Notwendigkeit des Euros zu zweifeln. Auch wenn viele Verbraucher den Euro zu Anfang verfluchten, war auch diese Währungsreform notwendig. Der Euro brachte zudem nicht nur Probleme mit sich. Er erleichtert den Verbrauchern den Alltag auf einigen Ebenen. Innerhalb der Euro-Zone, die aus ganzen 19 Ländern besteht, entfallen Geldumtausch, Wechselgebühren und Wechselkursrisiken. Der damalige Bundeskanzler Kohl war sich darüber bewusst, dass die Bevölkerung gegen diese Währungsreform war, entschied sich aber doch für sie, als „ein Synonym für Europa“ und die Chance für das friedliche Zusammenwachsen Europas.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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