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Diskriminierung bei der Apple Kreditkarte

21.11.2019

Viel Hype, aber eben auch viel Kritik. Die Apple Card ist in den USA mittlerweile gestartet und muss schon mit einem Skandal zurechtkommen.

Systematische Diskriminierung – so lautet ein aktueller Vorwurf gegen die Apple Card. Sollte dies tatsächlich zutreffen würde das für Apple einen immanenten Imageschaden bedeuten, denn gerade in den USA ist Diskriminierung alles andere als gerne gesehen. Dies gilt umso mehr, dass es beim aktuellen Skandal rund um die Apple Card auch noch primär darum geht, dass die Kreditkarte Frauen benachteiligt. Ein Statement von Goldman Sachs widerspricht dem.

Ist ein Mann 20-mal kreditwürdiger als eine Frau?

Besonders ein Tweet hat in den letzten Wochen für große Aufmerksamkeit gesorgt. Der Twitter-Nutzer DHH, der eine größere Zahl Follower hinter sich versammelt, berichtet von einem „sexistischen Programm“. Dabei erklärt er, dass er und seine Frau beide die Karte beantragt hätten. Sie hätten eine gemeinsame steuerliche Veranlagung (in den USA ein wichtiger Aspekt bei der Beantragung von Kreditkarten), wohnen an derselben Adresse und sind seit Jahren verheiratet. Dennoch habe er eine 20-fach höhere Kreditlinie bekommen als seine Lebenspartnerin, berichtet der Twitter-Nutzer – das klingt auf den ersten Blick tatsächlich nach Diskriminierung.

Fehler oder systematisches Problem im Algorithmus?

Die Twitter-Tirade geht hinsichtlich der Sexismus-Debatte rund um die Apple Card natürlich noch weiter. So berichtet der Nutzer DHH unter anderem noch von seinen katastrophalen Erfahrungen mit dem Kundenservice, aber auch andere Nutzer berichten von Diskriminierungen. Von Mitarbeitern des Kundenservices heißt es dazu einzig, dass möglicherweise der Algorithmus damit zu tun habe. Dieser ist dafür verantwortlich, ob einem Kreditkartenantrag stattgegeben wird oder nicht. Streitbar ist allerdings, ob es sich um vereinzelte Fehler handelt oder der Algorithmus schlichtweg von sich aus eine systematische Diskriminierung entwickelt hat. Menschen scheinen die Aktionen des Algoritmus nicht mehr zu prüfen, sonst wäre es zu vergleichbaren Fällen wohl nicht gekommen.

Einzelfälle und ein Fehlen von Informationen?

Vonseiten Goldman Sachs, der Bank hinter der Apple Card, wird eine solche Diskriminierung zurückgewiesen. In einem Statement heißt es, dass einzig die Kreditwürdigkeit des Antragstellers relevant sei, andere Faktoren wie die Herkunft, das Geschlecht, das Alter oder die sexuelle Orientierung dagegen nicht. Fälle aus der Vergangenheit zeigen allerdings, dass auch unabhängig von diesen Kriterien über die Kreditwürdigkeit vergleichbare Diskriminierungen entstehen können – besonders wenn ein Algorithmus nicht mehr von Menschen kontrolliert wird. Es bleibt spannend, ob Apple den Fall aufarbeiten kann. Vergleichbare Berichte über Diskriminierungen bei der Kreditkartenbeantragung gibt es in Deutschland derweil noch nicht – hier scheinen alle Anbieter im Kreditkarten Vergleich tatsächlich fair vorzugehen.


Bildquellen:

Bildquelle: © Kamil Macniak | Dreamstime.com

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