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Erste ethische Kreditkarte soll dieses Jahr auf den Markt kommen

08.08.2014

Der Markt für Kreditkarten ist bereits sehr groß. Viele verschiedene Anbieter vermitteln Karten von Visa, MasterCard, American Express und anderen Kreditkartenfirmen. Nun allerdings plant ein anderes Institut einen interessanten Vorstoß. So will die Ethical Brand Foundation eine sogenannte „ethische Kreditkarte“ auf den Markt bringen.

Seit wenigen Jahren tobt ein Streit darum, inwiefern eingekaufte Lebensmittel und andere Waren den Ansprüchen der Ethik genügen. Oftmals wurden Einzelhändlern wie Primark für die Produktion von Kleidung unter grauenvollen Umständen kritisiert. Auch die Lebensmitteleinzelhändler mussten sich mit Kritik herumschlagen, denn viele Produkte, insbesondere aus der Kategorie Obst, werden zumeist von anderen Kontinenten nach Europa verschifft – und das, obwohl die Produkte auch in Europa angebaut werden oder zumindest werden können.

Eine neue Revolution für den Kreditkartenmarkt?

Die Ethical Brand Foundation will den Konsumenten nun noch deutlicher machen, was sie bei wem kaufen. Dafür soll eine besonders kreative Variante einer Kreditkarte auf den Markt kommen. Auf den ersten Blick soll diese nicht mehr oder weniger ethisch sein als andere Karten. Sie verfügt genauso über alle Bezahlfunktionen und ist auf den weltweiten Einsatz ausgelegt. Es gibt zudem keine Barrieren, bei bestimmten Einzelhändlern einzukaufen. Nichts Neues also? Doch, denn die Ethical Brand Foundation will sich mit einem ganz besonderen Kundenservice für Umweltbewusste von anderen Anbietern abheben.

Kurzbericht zur ethischen Markenbewertung

Mitsamt der monatlichen Abrechnung erhalten Kunden einen persönlichen Kurzbericht der Ethical Brand Foundation zu allen Händlern, bei denen die Kreditkarte eingesetzt wurde. Dadurch will die Stiftung das Kaufverhalten der Menschen verändern. Sehen die Kunden erst einmal, wie die Zustände bei dem Händler sind, bei dem sie eingekauft haben, werden sie in der Zukunft vermutlich von einem Kauf bei eben diesem absehen, so zumindest die Theorie. Ob Kunden am Ende des Monats wirklich alle Einzelberichte zu den Marken, bei denen sie geshoppt haben, lesen wollen, bleibt für den Moment allerdings abzuwarten.

Große Datenbank mit Informationen über alle Einzelhändler

Neben dem psychologischen Trick bei der Abrechnung, will die Ethical Brand Foundation ihren Kunden auch noch einen weiteren Service bieten. In einer Datenbank werden alle relevanten Daten über diverse Einzelhändler abgespeichert. Kunden können in dieser dann vor jedem Einkauf prüfen, ob und inwiefern die jeweilige Firma ethisch korrekt handelt. Wie der Gründer und Vorstandsvorsitzende der Ethical Brand Foundation, William Smith, im Rahmen der Vorstellung des Produkts erläutert, soll die neue Kreditkarte dem Verbraucher eine bessere Bewertung von Händlern und Marken ermöglichen. Die „eb-Card“, wie die neue Kreditkarte offiziell heißen soll, erfordert allerdings ein großes Maß an Eigeninitiative. Durch den alleinigen Besitz und Einsatz der Kreditkarte wird noch kein Bürger zu einem besseren Menschen. Dafür muss sich jeder Interessierte genau mit allen Marken auseinandersetzen. Die Möglichkeit dazu hat jeder ab Herbst 2014, dann soll die neue Kreditkarte offiziell verfügbar sein.

 


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