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Geldabheben im Supermarkt wird immer beliebter

02.06.2019

Bargeld ist in Deutschland sehr beliebt und in einigen Fällen sogar unumgehbar. Supermärkte nutzen dies aus, indem sie ihren Kunden anbieten auch Geld an der Kasse abzuheben, wenn sie ihren Einkauf bezahlen. Diese Dienstleistung wird bei Kunden immer beliebter und bringt nicht nur Vorteile für die Kunden, sondern auch für die Händler.

Filialnetz der Banken schrumpft

Die Kartenzahlungen haben in der letzten Zeit in Deutschland stark zugenommen. Dennoch ist ein Leben ohne Bargeld in Deutschland nicht möglich. Kleine Geschäfte, Restaurants, Bäcker und Kneipen nehmen oftmals nämlich nur Bargeld und sind nicht auf Kartenzahlungen eingestellt. Verbraucher haben es aber manchmal schwer auch an das Bargeld zu kommen, da sich das Filialnetz der Banken ausgedünnt hat. Aus diesem Grund holen sich viele Verbraucher ihr Geld einfach an der Supermarktkasse. Laut den Marktforschern von „Kantar“ heben rund ein Viertel aller Konsumenten hierzulande häufig Geld an Kassen ab. Dies fanden die Marktforscher anhand einer repräsentativen Umfrage heraus. Da das Filialnetz vor allem auf dem Land immer dünner wird, wird besonders dort viel Geld in Supermärkten abgehoben. Nach Informationen der Bundesbank, unterhielten die Geldinstitute 2004 knapp 48.000 Filialen. Von diesen waren 2017 allerdings nur noch 32.000 übrig. Viele Geschäftsinhaber sehen in dieser Entwicklung eine Chance, um mehr Kunden in ihre Geschäfte zu locken. Nach der Umfrage von Kantar bevorzugen Kunden nämlich Supermärkte, in denen sie Geld an der Kasse abheben können.

Ergebnisse der Studie

Verbraucher heben im Supermarkt meist Beträge bis 100 Euro ab, laut den Ergebnissen von Kantar. Die Dienstleistung ist am beliebtesten bei Kunden zwischen 31 und 40 Jahren. Die befragten Kunden sehen den größten Vorteil an dem Service darin, dass sie sich den Weg zur Bank sparen können und direkt beim Einkauf Bargeld mitnehmen können. Auch war es den Kunden wichtig, dass sie beim Geldabheben im Supermarkt keine Gebühren bezahlen müssen, so wie es häufig bei Geldautomaten passiert. Ein weiteres Ergebnis der Studie war aber auch, dass ein großer Teil der Verbraucher diesen Service überhaupt nicht kennt und ihn deshalb nicht nutzt. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass es Geschäfte meist nur schwer erkenntlich machen, ob sie die Dienstleistung anbieten. Unter den älteren befragten Verbrauchern gab es zudem Unsicherheiten bezüglich der Anonymität beim Geldabheben im Geschäft. Somit ist deutlich, dass obwohl schon einige Verbraucher den Service gerne nutzen, Händler noch einiges dafür tun können, damit ihre Kunden den Service mehr nutzen.

Supermärkte unter Druck

Egal welcher Supermarkt betrachtet wird, sie bieten fast alle den Service des Geldabhebens an. Für Supermärkte hat dieser Trend aber noch einen ganz anderen Vorteil. So können sie nämlich die eigenen Bargeldbestände verringern und senken damit ihre Kosten. Supermärkte senken damit die Kosten für Geldtransporte, Versicherungen und können ihre Einnahmen schneller in digitales Geld umwandeln. Der stationäre Handel steht nämlich zunehmend unter Druck. Die Zahl der Kunden nimmt stetig ab, da immer mehr Verbraucher im Internet bestellen. Für Ladenbesitzer ist es somit umso wichtiger Kunden anzulocken. Am besten funktioniert das mit bestimmten Dienstleistungen, wie dem Geldabheben im Geschäft. In etwa 20.000 Geschäften kann mittlerweile Geld an den Kassen abgehoben werden. Aber trotz all dem Druck, wollen manche Händler den Service nicht anbieten. Einige Händler wollen die Dienstleistung erst anbieten, wenn sich etwas an den Kosten dafür geändert hat. Banken lassen sich die Dienstleistung nämlich in Form von hohen Gebühren auszahlen. In der Regel kostet der Service den Händler zehn Cent pro Transaktion.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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