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Girocard- und Kreditkartenbetrug – Wie sich Verbraucher schützen können

29.04.2018

Bargeldloses Bezahlen ist ein einfach und bequem - egal ob online oder im Supermarkt an der Kasse. Zahlen mit Girocard (ehemals EC-Karte) oder Kreditkarte ist schnell, praktisch und unkompliziert. Allerdings nutzen Trickdiebe diese Art der Bequemlichkeit gerne für ihre Straftaten aus.

Girocard- und Kreditkartenbetrug

Zuletzt waren die Fallzahlen in Rheinland-Pfalz zurückgegangen. 2017 gab es beim Betrug mit Debitkarten mit PIN "nur" noch 653 Fälle. 2016 waren es noch 761 Fälle. Auch konnten die Betrugsfälle mit rechtswidrig erlangten Debitkarten ohne PIN um 45 Prozent gesenkt werden. Im Jahr 2016 belief sich diese Zahl auf 520 und 2017 waren es nur noch 287 Fälle.

Auch wenn die Fallzahlen deutlich abgenommen haben, müssen Verbraucher weiterhin achtsam bleiben. Straftäter gelangen durch Diebstahl oder Einbruch in den Besitz der Zahlungskarten und damit auch an die Zahlungsdaten. Sobald die Karte im Besitz eines Kriminellen ist, kann dieser die Karte mit entsprechenden technischen Geräten auslesen und die Kartendaten abspeichern. Daraus werden dann sogenannte Dubletten hergestellt, welche zum Bezahlen und Geld abheben genutzt werden können. Die notwendige PIN erspähen Täter recht einfach während der Nutzung eines Geldautomaten durch das Opfer oder beim Zahlen an der Kasse. 

Auch laden unverschlüsselte Internetverbindungen dazu ein, dass unberechtigte Personen in den Besitz von Kartendaten von Privatpersonen oder Firmen kommen. Eine weitere Masche ist das sogenannte Phishing. Hierbei versuchen Betrüger durch gefälschte E-Mails sowie Viren und Schadprogrammen (zum Beispiel Trojanern) an Zahlungsdaten, Passwörter oder persönliche Daten zu gelangen.

So schützen sich Verbraucher am besten

Verbraucher können sich durch sicherheitsbewusstes Verhalten gegen Diebstahl schützen. Deshalb sollten Bank- und Kreditkarten so sorgfältig wie Bargeld behandelt werden. Anbei einige Tipps, die jeder beachten muss und kann:

  1. Die Karten sollten dicht am Körper getragen werden.
  2. Zur Aufbewahrung sind, neben dem Portemonnaie, verschlossene Innentaschen in der Kleidung am besten geeignet.
  3. Die Zahlungskarten niemals in öffentlichen Räumen (zum Beispiel Büroräumen, Hotelzimmern, Krankenhäuser) liegen lassen. Dabei ist es egal, ob offen oder versteckt.
  4. Zahlungskarten in öffentlichen Räumen nie aus der Hand geben.
  5. In öffentlichen Räumen und an entsprechenden Orten wie Flughäfen, Kaufhäuser und Bahnhöfe immer mit der Möglichkeit rechnen, dass Taschendiebe unterwegs sein können. Daher sollte regelmäßig kontrolliert werden, dass die Karten noch da sind, wo sie hingehören.
  6. Belege von Kreditkarten und Bankkarten sollten niemals einfach in den Papierkorb geworfen werden. Die Kontodaten machen es Dieben und Betrügern sehr einfach diese für illegale Tätigkeiten zu nutzen. Deshalb sollten Belege bis zur Unkenntlichkeit vernichtet werden.
  7. Nach Nutzung der Zahlungskarten immer darauf achten, dass man die eigene Karte zurückerhält.
  8. Rechnungen sollten immer zeitnah mit dem tatsächlichen Abbuchungen auf dem Konto verglichen werden.

Der richtige Umgang mit der PIN-Nummer

geld-abhebenDie PIN ist der Schlüssel mit dem Betrüger am einfachsten an das Geld ihrer Opfer gelangen. Die PIN sollte aus Sicherheitsgründen nie an Dritte weitergegeben werden. Verbraucher sollten sich darüber bewusst sein, dass nicht einmal die Geldinstitute oder Kreditkartenunternehmen die PIN ihrer Kunden kennen. Auch würden Amtspersonen (beispielsweise Polizeibeamte) oder Mitarbeiter von Geldinstituten nie nach der PIN eines Verbrauchers fragen. Sie sind nicht dazu berechtigt! Der PIN-Brief sollte vernichtet werden, sobald die PIN eingeprägt wurde. Auf keinen Fall sollte die PIN irgendwo notiert werden, schon gar nicht direkt auf der Karte.

Das richtige Verhalten am Geldautomaten oder an Kassen kann auch dabei helfen sich vor Dieben und Betrügern zu schützen. Bevor Geld am Geldautomaten abgehoben wird, sollte das äußere Umfeld auf Unstimmigkeiten überprüft werden. Auch die Beschaffenheit des Geldautomaten selbst ist dabei wichtig. Auffälligkeiten sollten direkt bei der Polizei gemeldet werden. Bei der Eingabe der PIN am Geldautomaten oder im Handel am Eingabegerät sollte stets darauf geachtet werden, dass niemand den Vorgang beobachten kann. Die Hand und das Nummern-Pad mit der anderen Hand oder dem eigenen Körper abdecken, sodass kein Dritter Einblick in die PIN-Eingabe hat.

Was tun bei Verlust oder Diebstahl der Karte?

Falls es doch zum Verlust oder Diebstahl der Zahlungskarten kam, sollten Betroffene wissen wie sie sich zu verhalten haben. Bei Verlust muss die Karte direkt gesperrt werden. Auch wenn der Geldautomat die Karte aus unerfindlichen Gründen einbehält, sollte diese direkt gesperrt werden. Denn Betrüger könnten den Geldautomaten manipuliert haben. Bei Verdacht auf Betrug oder Diebstahl sollte dies direkt bei der Polizei gemeldet werden.

Der zentrale Sperr-Notruf zum Sperren der Zahlungskarten lautet: 116 116

Manche Kartenherausgeber sind nicht an den zentralen Sperr-Notruf angeschlossen und verwenden andere Rufnummern. Auch die Kreditkartenunternehmen bieten spezielle Sperr-Notrufe an. Im folgenden sind die wichtigsten aufgeführt. Eine Rückfrage bei der kartenausgebenden Bank schafft ebenfalls Abhilfe, da diese nicht selten eigene Sperr-Hotlines anbieten.

Debitkarten: 01805 - 021 021
American Express: 069 - 97 97 2000
Mastercard: 0800 - 819 1040
Diners Club: 069 - 90 01 50-135/-136
VISA: 0800 - 811 8440

Tipp: Oft steht auch auf der Kartenrückseite eine Sperr-Nummer, welche sich Karteninhaber notieren oder merken sollten!


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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