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Hacker-Skandal: Was ist Doxxing?

17.01.2019

Schon seit Beginn des World Wide Web gibt es die sogenannten Hacker. Im kürzlich bekannt gewordenen Hacking-Skandal rund um das Doxxing brauchte es nicht einmal viel technischen Aufwand. Aber was ist Doxxing überhaupt?

Hacker bringt Politiker ins Schwitzen

Ein Hacker aus Mittelhessen hat im Dezember für viel Aufsehen gesorgt, nachdem er die persönlichen Daten von mehreren hundert Politikern auf Twitter veröffentlicht hat. Das Motiv für die Tat war wohl Ärger über die Politiker. Dem Täter drohen wegen Ausspähung von Daten und Datenhehlerei nach Erwachsenenstrafrecht ein Freiheitsentzug von bis zu drei Jahren. Es besteht aber die Möglichkeit, dass der der 20-jährige Täter nach dem Jugendstrafrecht verurteilt wird. Das Jugendstrafrecht sieht eine breite Palette an alternativen Sanktionsmöglichkeiten wie Jugendstrafe, erzieherische Maßnahmen oder gemeinnützige Arbeit vor.

Was ist Doxxing?

Für viele wird der Begriff „Doxxing“ neu sein, allerdings gibt es diese Methode des Hackings schon seit Langem. Bereits seit vielen Jahren wird der Begriff im Zusammenhang mit Datendiebstahl genutzt. Im Kern des Wortes Doxxing verbirgt sich „Dox“, eine Wortabwandlung aus dem Englischen („docs“), die eigentlich eine Kurzform für „Dokumente“ bedeutet. Die Endung von Doxxing bezieht sich auf das Englische „tracing“ (suchen, erforschen). Unter dem Begriff wird verstanden, dass jemand private Informationen und Dokumente wie Bilder, Briefe oder E-Mails von Einzelpersonen oder Firmen erbeutet. Oft werden aber auch hochsensible Daten wie Kreditkartennummern, Heimadressen oder Telefonnummern gestohlen. Dies geschieht meist mit der Hilfe von Passwortdiebstahl für welche Trojaner, Spam oder schadhafte Webseiten genutzt werden. Das Doxxing und Hacking müssen sich nicht einmal gegenseitig ausschließen. Die Informationen, die durch Doxxing bereits angesammelt wurden, werden dann für weitere Vorgänge genutzt, um an Log-in-Daten zu gelangen. Oft werden dafür Methoden wie Phishing-Mails benutzt. Meist werden diese Daten anschließend im Internet veröffentlicht. Es geht beim Doxxing vor allem um die Bloßstellung der Opfer. Es wird aber auch genutzt, um die Opfer unter Druck zu setzen.

Kein Einzelfall

Für die Abgeordneten des Bundestages war der Eingriff in die Privatsphäre in diesem Sinne sicherlich eine neue. Allerdings gibt es die Methode des Doxxing schon viele Jahre und einige weniger prominente Menschen mussten sich bereits damit auseinandersetzen. Seit Jahren kämpfen Personen, die online bekannt sind, gegen das Doxxing. Diese werden meist nur nicht ernst genommen. Vor allem in der Gaming- und Youtube-Szene ist das Doxxing ein zunehmendes Problem. Es musste wohl scheinbar erst ein paar Politiker betreffen, bis das Problem als ein solches anerkannt wird. Erst jetzt schalten sich die Medien ein und berichten der breiten Masse, dass der Datendiebstahl ein beliebtes und effektives Mittel ist. Doxxing wird unter anderem auch von dem Kollektiv „Anonymous“ verwendet. Die Bewegung erregt immer wieder mit Hackerangriffen und Protestaktionen Aufsehen.

Lowtech-Form des Hackings

Für die Betroffenen ist das Doxxing logischerweise ein grober Eingriff in die Privatsphäre. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine Art des Hackings, die besonders aufwendig oder anspruchsvoll ist. Die Informationen von anderen zu erlangen, ist in der heutigen Zeit sehr einfach. Schon in den Anfängen des World Wide Web wurde in Onlineforen die Identität anonymer Nutzer enttarnt. Die sozialen Medien und andere Onlineplattformen heutzutage bieten Hackern aber noch viel mehr Informationen über die Personen. Dort werden die privaten Informationen sogar sehr freizügig von den Personen selbst preisgegeben. Den Doxxern fällt es somit ziemlich einfach, die Informationen über ihre Opfer zu sammeln. Natürlich entschuldigt das Verhalten der Betroffenen nicht das Doxxing an sich, aber es macht es durchaus einfacherer für die Täter. Daher ist es umso wichtiger seine Daten und Konten zu schützen und auch Inhalte rückwirkend zu löschen.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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