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Hamburgs eigene Währung

09.11.2018

Die Digitalisierung und all das was mit ihr einhergeht, ist in aller Munde. So auch in der Hansestadt Hamburg. Die Hamburger CDU will die Digitalisierung nun voranbringen und will dazu die Blockchain-Technologie nutzen. Aber es ist nicht jeder in Hamburg von diesem Schritt überzeugt. Die Finanzbehörde sieht den Vorschlag der Union als problematisch an.

Hamburger CDU fasziniert von Blockchain-Technologie

Die CDU in Hamburg will die Hansestadt in Zukunft wirtschaftlich mit einem sehr interessanten Vorschlag stärken. Die Union möchte eine digitale Währung einführen. Die digitale Währung soll auf der Blockchain-Technologie beruhen, da diese allgemein als sicher gilt. Bei dieser Technologie vernetzen sich unterschiedliche Computer so, dass sie gemeinsam an Datenbanken arbeiten können. Bei anderen Techniken wird mit nur einem Server gearbeitet, welcher das Hacken um einiges leichter macht. Die Blockchain-Technologie ist auch die Basis, auf der die erfolgreichste digitale Währung beruht. Bitcoin konnte Verbraucher weltweit mit seiner Technologie überzeugen, daher sieht die CDU auch für Hamburg eine Chance bei der Blockchain-Technologie. Grund für die Einführung einer Hamburger Kryptowährung sei vor allem der Marketingcharakter, so der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Sprecher für Digitalwirtschaft Carsten Ovens. Damit aber nicht genug. Die Hamburger CDU sieht in der Blockchain-Technologie, auch neben der möglichen Kryptowährung, großes Potential für die Stadt. Die CDU fordert daher die Einrichtung eines Digitalbeirates, den Ausbau der Blockchain-Kompetenzen an ihrer Universität und Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) und einen Blockchain-Campus als Anlaufstelle für Gründer. Der Vorschlag der CDU könnte, falls die SPD zustimmt, bereits noch in diesem Jahr im Wirtschaftsausschuss beraten werden.

„Hamburg Coin“

Hamburgs digitale Währung soll den Namen „Hamburg Coin“ erhalten. Neben dem Marketingfaktor der Kryptowährung soll aber auch mit ihr bezahlt werden können. Schon jetzt gibt es in Hamburg einige Geschäfte, in denen mit diversen Kryptowährungen bezahlt werden kann. Damit Verbraucher den „Hamburg Coin“ nutzen können, benötigen sie ein digitales Wallet, auf welchem die digitale Währung gespeichert werden kann. Der Tausch von „Hamburg Coin“ wird dann auf speziell dafür eingerichteten Tauschbörsen geschehen. Auf diesen Börsen kann die Kryptowährung auch in klassische Währungen eingetauscht werden. Ähnlich wie bei Bitcoin ist auch bei der Hamburger Variante die Zahl der Coins limitiert. Das bedeutet eine Steigerung des Werts, wenn die Nachfrage steigt.

Finanzbehörde nicht überzeugt

Die Finanzbehörde sieht den Vorschlag der CDU als eher kritisch an. Aus rechtlichen Gründen kann Hamburg beispielsweise keine Währung aufsetzen. Aber damit nicht genug. Problematisch an der Hamburger Kryptowährung ist auch der enorme Energieverbrauch, der benötigt wird, um die digitale Währung zu erstellen. Ein weiteres Problem, dass an dem Vorschlag der CDU bemängelt wird, sind die möglichen Probleme bei der Verbreitung und Durchsetzung von „Hamburg Coin“. Die Kosten für die digitale Währung rechnen sich nämlich nur, wenn sich die Währung auf globaler Ebene verbreitet. Die CDU selbst sieht die Skepsis der Finanzbehörde als Resultat mangelnden Wissens. Es gäbe nämlich bereits Städte, die eine lokale Kryptowährung eingeführt haben. Zu diesen Städten gehören unter anderem Berkely (USA), Dubai und Seoul. Diese Währungen sind abgesichert und können auch global verteilt werden. Der entscheidende Punkt an der Konzipierung der Hamburger Kryptowährung ist, dass die Coins weltweit verteilt werden können, aber eben nur bei regionalen Hamburger Händlern ausgegeben werden können.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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