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Karten nehmen dem Bargeld Marktanteile ab

13.06.2019

Große Zahlungen mit der Karte, kleine Zahlungen mit Bargeld. So bezahlen die Deutschen aktuell im Einzelhandel – deuten sich Änderungen an?

Das Handelsblatt titelt in einer Grafik „Bares wird Rares“. Diese Entwicklung kann man sicherlich nachvollziehen, denn das Bargeld verliert im Vergleich zu anderen Zahlungsmitteln seit Jahren Marktanteile. In anderen Ländern geht dieser Prozess zwar deutlich schneller vonstatten als in Deutschland, aber auch in Deutschland ist im Zahlungsmarkt eine gewisse Bewegung wahrzunehmen. Das zeigen auch die Daten, die das Handelsblatt Research Institute in Kooperation mit dem EHI Retail Institute, der Bundesbank, der Initiative Deutsche Zahlsysteme und Bosten Retail Partners erarbeitet hat. Es gibt allerdings auch eine zweite interessante Botschaft.

Karten nehmen dem Bargeld Marktanteile ab

Auf den ersten Blick wird direkt deutlich, dass das Bargeld gegenüber Girokarte und Kreditkarte an Marktanteilen bei Zahlungen im Einzelhandel verliert. Überraschend ist das nicht und schnell geht der Prozess zudem nicht vonstatten – in Deutschland ist man beim Bezahlen eben etwas konservativ. Dennoch zeigt sich in Hinblick auf den Umsatz ein interessantes Bild, denn erstmals ist der Anteil von Kartenzahlungen größer als der von Bargeld. Dies gilt allerdings nur dann, wenn man die Transaktionen mit allen Karten, also Girokarten, Kreditkarte und sonstigen Karten zusammenrechnet. Dann machten Kartenzahlungen im Jahr 2018 insgesamt 48,6 Prozent aller Umsätze im Einzelhandel aus, Barzahlungen dagegen nur noch 48,3 Prozent.

Grafik Zahlungsarten

Auch in Hinblick auf die Zahl der Transaktionen zeigt sich eine gewisse Bewegung, denn der Anteil der Kartenzahlungen an der Gesamtzahl aller Zahlungsvorgänge ist von 21,7 auf 22,8 Prozent gestiegen. Es zeigt sich entsprechend bereits eine enorme Diskrepanz zum Umsatz, denn bei der Zahl der Transaktionen hat das Bargeld im Jahr 2018 weiterhin einen Anteil von 76,1 Prozent. Zwar ist dieser Anteil von 77,2 Prozent im Jahr 2017 leicht gesunken, doch dennoch dominiert das Bargeld im Einzelhandel gegenüber Kartenzahlungen weiterhin sehr deutlich.

Durchschnittlicher Umsatz über drei Mal so groß

Wer im Einzelhandel mit einer Karte bezahlt, bei dem geht es meist um signifikant höhere Summen. Das zeigt besonders ein Blick auf die durchschnittlichen Umsätze einer Kartenzahlung. Im Jahr 2018 lag der durchschnittliche Warenkorb bei Zahlungen mit der Kreditkarte bei 50,30 Euro, mit der Girokarte wurden im Schnitt immerhin 41,50 Euro umgesetzt. Eine Barzahlung lag dagegen im Schnitt gerade einmal bei 14,30 Euro. Der durchschnittliche Betrag, den Verbraucher mit einer Kreditkarte bezahlen, liegt also fast vier Mal so hoch wie bei der Barzahlung. Insgesamt zeigt sich allerdings ganz klar, dass Verbraucher Karten generell häufiger einsetzen, weiterhin primär bei größeren Zahlungen, aber immer öfter auch bei kleineren Summen.


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