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Kostenfalle Glücksspielgebühr

28.06.2018

Viele Banken werben oft mit kostenlosen Kreditkarten. Verbraucher bedenken dabei aber meist nicht, dass kostenlos nicht direkt kostenfrei bedeutet. Es gibt bei Kreditkarten teilweise Gebühren, über die sich die Verbraucher oft nicht genau im Klaren sind. So ist auch die Glücksspielgebühr eine versteckte Gebühr bei vielen Kreditkarten. An dieser Stelle sei vorab bereits verraten, dass diese Gebühr nicht bei der Deutschland-Kreditkarte anfällt!

Vorsicht vor Extra-Gebühren

Nach heutigem Stand der Wissenschaft gibt es Glücksspiele bereits seit circa 3.000 v. Chr. Eine besondere Gebühr für die Zahlung mit Kreditkarte gab es circa 3.000 v. Chr. natürlich noch nicht, aber im Jahr 2018 ist diese Realität. Den meisten Verbrauchern ist nicht bewusst, dass es eine Glücksspielgebühr („gambling fee“) überhaupt gibt. Nur selten schauen Verbraucher in das Preis- und Leistungsverzeichnis ihrer Bank. Leider schauen sie auch viel zu selten auf die monatlichen Abrechnungen ihrer Kreditkarten. Die Gebühr ist zudem nicht gerade billig. Sie beträgt in vielen Fällen die Höhe der Gebühr für das Geldabheben am Automaten. Die Kreditkartenanbieter verlangen teilweise sehr hohe Mindestentgelte, daher sollten Kreditkartenkunden mit geringeren Glücksspielsummen vorsichtig sein. Die Gebühr steht dabei nämlich in keinem vernünftigen Verhältnis zum Spieleinsatz.

Schutz vor hohen Gebühren

Teilweise verlangen die Banken Gebühren zwischen zwei und drei Prozent des Einsatzes, aber mindestens zwischen drei und fünf Euro. Laut Kreditkarten-Vergleich der Stiftung Warentest gibt es solch eine Gebühr bei neun von 23 überprüften Kreditkartenangeboten. Allerdings sollten auch Verbraucher vorsichtig sein, die mit höheren Summen spielen. Diesen fällt die Mindestgebühr oft nicht einmal auf, weil sie einen geringeren Anteil am Gesamtbetrag ausmacht. Die prozentuale Belastung des Kartenumsatzes ist dabei aber auch nicht zu ignorieren. Bei einem Einsatz von 10.000 Euro können schnell 300 Euro an die Bank gehen, wenn diese ein dreiprozentiges Entgelt fordert. Zu diesen hohen Kosten muss es aber gar nicht kommen. Verbraucher können sich vor den hohen Gebühren beim Glücksspiel nämlich sehr einfach schützen. Sie müssen sich nur bei ihrem eigenen Anbieter über mögliche Glücksspielentgelte informieren. Bei hohen Entgelten sollten Verbraucher auf die Verwendung der Kreditkarte verzichten. Auf der Webseite der Bank ist meist das Preis- und Leistungsverzeichnis einsehbar. Falls das nicht der Fall sein sollte, können Verbraucher auch bei ihrer Bank anrufen oder in der Filiale direkt nachfragen. Für Verbraucher, die von der Gebühr betroffen sind, kann sich auch ein Wechsel des Geldinstitutes lohnen. Bei weitem verlangen aber nicht alle Anbieter diese Gebühr. Beispielsweise müssen Kunden, die die Deutschland-Kreditkarte nutzen, diese Gebühr nicht bezahlen.

Was steckt hinter der Gebühr?

Das Banken immer kreativer werden mit zusätzlichen Gebühren ist kein neues Phänomen. Die Geldhäuser leiden seit einigen Jahren unter der derzeit herrschenden Niedrigzinsphase. Das Phänomen ist vor allem bei Direktbanken zu beobachten. Diese bemühen sich an einem gebührenfreien Girokonto festzuhalten. Das ist nämlich das wichtigste Unterscheidungsmerkmal der Direktbanken im Vergleich zu den meisten Filialbanken. Auch werben die Direktbanken mit ihren kostenfreien Kreditkarten. Die wirklichen Kosten fallen dann für bestimmte Leistungen an. Die kostenlosen Angebote müssen schließlich durch andere Einnahmen quersubventioniert werden. Obwohl die Zahl der Glücksspielteilnehmer in Deutschland zwischen 2007 und 2015 um fast 15 Prozent sank, sind die Umsätze immer noch hoch. Allein der staatlich regulierte Glücksspielmarkt in Deutschland setzte zuletzt knapp 35 Milliarden Euro im Jahr um.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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