Zurück

Neue Richtlinie für Girokonten

05.11.2018

Transparenz ist vor allem im Finanzwesen für Verbraucher wichtig. Die Europäische Union will nun für mehr Transparenz sorgen. Mit einer neuen Richtlinie werden die Banken nun dazu aufgefordert alle Kosten der Kontoführung transparent darzustellen, um den Kunden mehr Überblick zu verschaffen. Die neue Richtlinie ist der letzte Teil des sogenannten Zahlungskontengesetzes (ZKG), welche eine Maßnahme der Europäischen Union ist.

Die Richtlinie

Eine neue Richtlinie der Europäischen Union (EU) kommt vielen Verbrauchern entgegen. Ab dem 31. Oktober müssen Banken ihre Kunden nämlich einmal im Jahr darüber informieren, was ihr Girokonto sie im vergangenen Jahr genau gekostet hat. Bisher gab es keine Kostenübersicht für die Kunden. Kunden mussten sich die Informationen zu den Kosten mühsam zusammensuchen. Während für Girokonten meist monatlich eine Gebühr anfällt, kosten Kreditkarten oftmals einen zweistelligen Jahresbetrag. Dieser Betrag lässt sich zwar im Kontoauszug finden, aber an ganz anderer Stelle als der Betrag des Girokontos. Erschwerend kommt für Kunden noch dazu, dass bei manchen Banken zusätzlich monatliche variable Kosten anfallen. Diese entstehen beispielsweise durch Daueraufträge. Das erschwert es Kunden herauszufinden was sie tatsächlich für das Girokonto allein bezahlen. Viele Kreditinstitute stellen ihren Kunden auf ihren Webseiten bereits jetzt schon ihre verschiedenen Kontomodelle vor. Allerdings gibt es auch Banken, die im Internet nur sehr versteckt und kompliziert die Gebühren des Girokontos vorstellen. Einige Banken geben die Gebühren aber auch gar nicht an. Die neue Richtlinie besagt, neben der Offenlegung der Kosten für das Girokonto, auch die Offenlegung aller weiteren Kosten, die bei der Kontoführung anfallen. Dazu müssen die Banken alle Gebühren in festgelegte Kategorien unterteilen.

Sinn und Zweck der Richtlinie

Die persönlichen Finanzen sind ein Thema bei dem viel Transparenz den Kunden gegenüber gewährleistet werden sollte. Bisher ist das oftmals noch nicht der Fall, da die meisten Gebühren für Girokonten und ähnliches versteckt werden. Die neue Richtlinie der EU soll aber endlich für mehr Transparenz bei der Kontoführung sorgen. Neben der Transparenz den Kunden gegenüber, ist dem Gesetzgeber auch wichtig, dass der Wettkampf zwischen den Banken angekurbelt wird. In Deutschland ist es Verbrauchern bereits seit zwei Jahren sehr leicht gemacht ihr Konto zu wechseln. Bei einem Kontowechsel müssen beispielweise Arbeitgeber oder Sportverein nicht mehr selbst vom Verbraucher benachrichtigt werden, die alte und neue Bank erledigen das für den Verbraucher. Was den Verbrauchern aber bisher noch fehlte, war eine Übersicht über die verschiedenen Kosten der Girokonten. Mit der neuen Richtlinie erhalten Kunden einen direkten Überblick über die Kosten der verschiedenen Girokonten und können sich so einfacher das passende Girokonto aussuchen.

Mögliche Probleme

Verbraucherschützer haben Bedenken, dass die Richtlinie nicht so ausgeführt werden kann, wie vom Gesetzgeber verlangt wird. Alle denkbaren Gebühren in die festgelegten Kategorien einzuordnen, so wie es die EU verlangt, wird praktisch gesehen sehr schwierig werden. Schuld daran sind aber teils die Banken auch selbst. In letzter Zeit haben sich die Banken immer neue Kosten einfallen lassen und diese „speziellen Gebühren“ in die festgelegten Kategorien einzuordnen, wird nicht einfach werden. Gemeint ist damit beispielsweise die Gebühr einer Bank, die es von der Tageszeit abhängig machte, wie viel Entgelt Kunden beim Geldabheben bezahlen müssen. Diese Gebühr gibt es zwar nicht mehr, allerdings kann es wieder dazu kommen, dass sich Banken eine solche Gebühr einfallen lassen.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

Zurück