NFC-Betrug: Was wirklich hinter der Gefahr steckt

14.07.2025

Immer wieder tauchen Warnungen vor unautorisierten Abbuchungen durch kontaktloses Bezahlen auf. In vielen Anzeigen werden RFID-Schutzhüllen als Lösung angepriesen.

Dieser Artikel räumt mit Mythen auf und zeigt, wie sicher Ihre Kreditkarte tatsächlich ist.

NFC-Betrug: Was wirklich hinter der Gefahr steckt

Schützt eine NFC-Schutzhülle Ihre Kreditkarte wirklich oder ist das ein Mythos?

In vielen Geschäften und Online-Anzeigen taucht sie regelmäßig auf: die sogenannte RFID- oder NFC-Schutzhülle für Kredit- und Debitkarten. Sie soll Schutz vor unbefugten Abbuchungen bieten, die durch kontaktloses Bezahlen entstehen könnten.

Was ist NFC bzw. RFID und wie funktioniert kontaktloses Bezahlen?

Mobiles bezahlen mit der Deutschland-KreditkarteNFC (Near Field Communication) ermöglicht es Ihnen, mit Ihrer Kreditkarte oder Ihrem Smartphone kontaktlos zu bezahlen, indem Sie das Gerät nur wenige Zentimeter (meist unter 4 cm) an ein Bezahlterminal halten. Bei Beträgen unter 50 Euro ist in der Regel keine PIN-Eingabe erforderlich.

RFID (Radio Frequency Identification) ist die dahinterliegende Technologie, die für die Funkübertragung der Daten sorgt. In Kreditkarten mit kontaktloser Bezahlfunktion ist ein RFID-Chip integriert. Das Terminal erkennt diesen Chip automatisch, sobald Sie die Karte nahe genug heranhalten.

Wie realistisch ist ein Missbrauch durch kontaktloses Bezahlen?

Kriminelle könnten mit versteckten Lesegeräten in Ihrer Nähe eine Zahlung auslösen und in der U-Bahn oder auf dem Weihnachtsmarkt Geld einfach abbuchen.
Die Theorie klingt bedrohlich, die Praxis sieht jedoch anders aus.

Zahlen und Fakten:

  • 15.170 Fälle von Kartenbetrug ohne PIN-Eingabe wurden laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2024 gemeldet. Der dadurch entstandene Schaden lag bei rund 6,8 Millionen Euro.
    Übrigens: In Deutschland wurden auch insgesamt 23.905 Fälle von Zahlungskartenbetrug mit PIN erfasst.
  • Im selben Jahr wurden hingegen 107.720 Taschendiebstähle angezeigt – mit einer Gesamtschadenssumme von 52,4 Millionen Euro.

Zwar wäre es technisch möglich, dass eine fremde Person mit einem speziellen Lesegerät nahe genug an Ihre Karte gelangt, um eine Zahlung auszulösen, doch in der Realität kommt das so gut wie nie vor. Die kurze Reichweite, Sicherheitsprotokolle sowie die verschwindend geringe Fallzahl sprechen klar dagegen.

Was bedeutet das für Ihre Sicherheit als Karteninhaberin oder Karteninhaber?

Hanseatic Bank App Kontaktlos deaktivieren

Die Hanseatic Bank bietet mit der Deutschland-Kreditkarte Classic und Deutschland-Kreditkarte Gold ein hohes Maß an Sicherheit beim kontaktlosen Bezahlen:

  1. Haftungsgrenze: Bei Missbrauch nach Verlust oder Diebstahl haften Sie maximal mit 50 €, sofern Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben.
    Was bedeutet grobe Fahrlässigkeit? Beispielsweise wenn Sie Ihre Karte zusammen mit einem Zettel mit Ihrer PIN im Portemonnaie aufbewahrt haben oder den Verlust verspätet melden.
  2. NFC-Funktion steuerbar: Über die Banking-App können Sie die kontaktlose Bezahlfunktion Ihrer Karte jederzeit aktivieren oder deaktivieren.
  3. Mobile Zahlmethoden: Mit Apple Pay oder Google Pay zahlen Sie sicher, da jeder Bezahlvorgang durch Face ID, Fingerabdruck oder Passwort bestätigt werden muss.
  4. Schnelle Sperrung bei Verlust: Rufen Sie im Notfall sofort die zentrale Sperrnummer 116 116 an.
    Alternativ können Sie Ihre Deutschland-Kreditkarte auch direkt über die App der Hanseatic Bank temporär sperren und später wieder entsperren.

Was passiert, wenn ich den Verlust meiner Karte zu spät bemerke?

Wie oben schon beschrieben, haften Sie bei Verlust oder Diebstahl maximal bis zu 50 Euro. Diese Haftungsgrenze gilt jedoch nur, wenn Sie nicht grob fahrlässig gehandelt haben. Nach der Sperrung der Karte haften Sie nicht mehr für weitere unautorisierte Transaktionen. Wichtig ist, dass Sie die Karte sofort sperren, wenn Sie merken, dass diese geklaut wurde. Informieren Sie die Polizei über den Diebstahl (Verlust) Ihrer Karte, wenn es zu einer unberechtigten Abbuchung kam. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge auf unautorisierte Transaktionen. Falls Sie unberechtigte Abbuchungen feststellen, wenden Sie sich umgehend an die Hanseatic Bank, um eine Rückerstattung zu beantragen.

Profitipp: Weniger Karten bedeuten weniger Risiko

Überlegen Sie, wie viele Karten Sie im Alltag wirklich benötigen. Die Deutschland-Kreditkarte Classic ist eine gebührenfreie Visa-Kreditkarte, die Sie weltweit ohne Fremdwährungsgebühr nutzen können. Zahlungen werden über ein Referenzkonto abgerechnet, das Sie selbst festlegen. Dadurch wird Ihr eigentliches Hauptkonto nicht direkt belastet. Dies bietet zusätzliche Sicherheit im Alltag und auf Reisen.

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Bildquellen:

@PaySol.de | DALL·E 3