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Schuldentilgung durch Spenden

11.01.2019

Die Bundesrepublik Deutschland ist im Vergleich zu anderen Ländern ein sehr reiches Land. Dennoch hat auch Deutschland Staatsschulden, die getilgt werden müssen. Die deutsche Bevölkerung trägt zur Tilgung durch ihre Steuergelder bei, aber sie ist auch auf anderem Wege sehr behilflich.

Staatsverschuldung

Die Staatsverschuldung Deutschlands besteht aus den zusammengefassten Schulden von Bund, Ländern, Gemeinden, Gemeindeverbänden, gesetzlicher Sozialversicherung und Sondervermögen des Bundes bei in- und ausländischen Kreditgebern. Der Schuldenstand stand am 31. Dezember 2017 bei insgesamt 1.967,2 Milliarden Euro. Der Höhepunkt dieser Verschuldung war 2012 mit 2.068,3 Milliarden Euro erreicht. Seit 2013 sind die Schulden aber wieder rückläufig. Bezüglich der Gläubiger ist die Aufteilung der in- und ausländischen Gläubiger nicht gleichverteilt. Circa 40 Prozent der Schulden Deutschlands sind bei inländischen Gläubigern und 60 Prozent sind bei ausländischen. Die Staatsschulden stehen dem Staatsvermögen gegenüber. Das Staatsvermögen besteht aus Sachvermögen und Geldvermögen. Die Schuldentilgung läuft normalerweise über die eingenommenen Steuergelder, mit denen auch der Haushalt finanziert wird. Allerdings gibt es auch eine andere Möglichkeit die Schulden zu tilgen.

Geldgeschenke

Die deutschen öffentlichen Haushalte finanzieren sich eigentlich über die Steuergelder. Doch einige Bürger wollen den Staat noch mehr unterstützen. Sie spenden Geld für die Schuldentilgung des Staates. In diesem Jahr gab es so viele Spenden wie noch nie zuvor. Bürger, die den Bund unterstützen wollen und für die Tilgung der Schulden spenden wollen, können dies ganz einfach mit einer Überweisung tun. Es gibt ein Konto, auf welches die Bürger Geld überweisen können und damit für die Tilgung der Staatsschulden spenden. Die Bundeskasse Halle (Saale) hat zu diesem Zweck ein Sonderkonto bei der Bundesbank Leipzig eingerichtet. Auf eine Anfrage der FDP erklärte das Bundesfinanzministerium, dass seit dem 6. Januar letzten Jahres bereits 609.822,69 Euro auf das Konto eingegangen sind. Die Summe ist somit höher als alle vorherigen Einzahlungen zusammen. Der Rekord wurde bereits im letzten Mai erreicht, als die 600.000 Euro-Grenze erreicht wurde. Die 600.000 Euro wurden von 16 Einzelspendern gespendet. Die Auflistung der Spender geht nicht weiter ins Detail. Zum Vergleich: von 2006 bis 2007 wurden insgesamt knapp 550.000 Euro auf das Konto überwiesen. In den Jahren 2008 und 2009 gab es keine einzige Einzahlung auf das Spendenkonto. Gründe das Konto zu schließen, gibt es derzeit seitens des Bundesfinanzministeriums nicht.

Hintergrund des Spendenkontos

Das Spendenkonto zur Schuldentilgung des Bundes wurde, laut Finanzministerium, auf den vielfachen Wunsch von engagierten Bürgern eingerichtet. Seit 2006 können diese Bürger für den Bund spenden. Für das Konto wird seitens des Bundes aber keine Werbung gemacht, weil es keinen Konkurrenzkampf zwischen Bund und gemeinnützigen Einrichtungen oder Vereinen geben soll. Im Gegenteil zu anderen Spenden, sind die Spenden an den Bund auch nicht steuerlich absetzbar. Absetzbare Spenden müssen an gemeinnützige Zwecke gehen. Einzahlende Bürger erhalten für ihre Spende auch keine Gegenleistung. Nicht in Form einer Dankeskarte oder ähnlichem. Bürger, die auf das Konto einzahlen, sind sich in der Regel darüber bewusst, dass die Spende dafür genutzt wird, um die Schulden des Bundes zurückzuzahlen. Die Ausgaben für Dankesschreiben und sonstigen Verwaltungsaufwand müssten wiederum mit den Spenden gezahlt werden und das ist nicht im Sinne der Spender.


Bildquellen:

Bildquelle: https://www.bundesfinanzministerium.de

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