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Vorsicht vor versteckten Kosten für Kartenzahlungen

01.06.2020

Die Deutschland-Kreditkarte verspricht komplett gebührenfrei Zahlungen weltweit und kostet jedes Jahr keinen Cent. Über viele Girokarten kann man das nicht sagen.

Wer mit einer Kreditkarte im Einzelhandel bezahlt, der hat vermutlich nie darüber nachgedacht, dass eine entsprechende Zahlung tatsächlich etwas kostet. Auch bei einer Girokarte haben die meisten Verbraucher wohl einen ähnlichen Eindruck. Anders als bei der Kreditkarte täuscht er hier allerdings, denn bei Zahlungen mit der Girokarte erheben viele Banken in Deutschland eine Gebühr – und versteckten diese im Preis- und Leistungsverhältnis meist sehr gut. So zahlen zahlreiche Verbraucher in Deutschland jeden Tag bei Kartenzahlungen relevant darauf und wissen nichts davon.

Girokartenzahlungen können versteckte Kostenfalle sein

Wie eine Erhebung des Portals biallo.de für die Süddeutsche Zeitung herausgefunden hat, erhebt fast die Hälfte aller regionalen Banken und Sparkassen eine Gebühr für Girokartenzahlungen. Bei Online-Banken kommt das im Verhältnis dazu fast nie vor. Das bedeutet, dass Kunden von mehreren hundert Banken in Deutschland damit rechnen müssen, dass sie für jede Transaktion im Supermarkt oder auch beim Bäcker draufzahlen. Besonders weil die Gebühren meist pauschal erhoben werden, sind Transaktionen besonders dann verhältnismäßig teuer, wenn es um kleinere Beträge geht. Dabei wird einem rund um das Coronavirus immer wieder eingebläut, dass man auf Bargeld idealerweise verzichten und so viel mit Karte bezahlen sollte wie irgendwie möglich.

Bis zu 200 Euro für Kartenzahlungen im Jahr

Wie problematisch die Gebühren für Kartenzahlungen mit der Girokarte sind, zeigt sich auch an der durchschnittlichen von Banken erhobenen Gebühr. Laut biallo.de müssen Kunden im Schnitt mit einer Gebühr von 34 Cent zurechtkommen – pro Zahlung wohlgemerkt. Wer ein relativ normales Zahlungsverhalten an den Tag legt, der bezahlt so im Jahr oft Gebühren zwischen 100 und 300 Euro für die Kartenzahlung mit der Girokarte. Das ist kaum zu glauben, denn mit vielen kostenlosen Karten wie der Deutschland-Kreditkarte sind Kartenzahlungen nicht nur einfacher, sondern auch komplett kostenlos. Das Problem ist aber schlichtweg, dass viele Verbraucher nicht wissen, dass sie überhaupt betroffen sind.

Millionen Kunden in Deutschland von Gebühren betroffen

Das liegt primär daran, dass die Banken die Gebühren geschickt verschleiern und selten konkret eine Gebühr ausweisen, die sich auf Kartenzahlungen bezieht. Entsprechend fällt Verbrauchern auch nicht auf, dass die Gebühren bei den meisten Einstiegsprodukten erhoben werden. Bei Premium-Konten kommen die Kartenzahlungsgebühren dagegen seltener vor. Dennoch sind nach Schätzungen viele Millionen Deutsche von Gebühren für die Kartenzahlung betroffen. Es lohnt sich bei den nächsten Abrechnungen genauer hinzuschauen und explizit bei der eigenen Bank nachzufragen – durch einen Wechsel ergeben sich oft große Sparpotenziale. 


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Bildquelle: © Julia Pfeifer | Dreamstime.com

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