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Wer braucht eine Kreditkarte aus Metall?

01.08.2019

American Express stellt die Platinum Card auf Metall um – eine sinnvolle Innovation oder einfach nur unnötiger Schnickschnack?

Wenn sich Verbraucher dafür entscheiden, eine Kreditkarte wie die Deutschland-Kreditkarte zu beantragen, geht es um ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die Karte ohne Jahresgebühr erlaubt weltweites bezahlen im Internet und in Ladengeschäften, ohne wenn und aber. Doch nicht jede Kreditkarte basiert auf genau dieser Logik und die American Express Platinum Card ist dafür vermutlich das beste Beispiel. Schon bislang lag die Jahresgebühr bei 600 Euro – mit einer praktischen Kreditkarte zum Bezahlen mit gutem Preis-Leistungsverhältnis hat das wenig zu tun.

60 Euro mehr für Metall bei American Express

Doch die 600 Euro Jahresgebühr scheinen noch nicht genug. Zum 3. Juli 2019 hat American Express die Kreditkarte mit neuen Vorteilen und einem neuen Material vorgestellt – und gleich auch die Jahresgebühr massiv angepasst. Statt 50 Euro im Monat fallen nun 55 Euro an. Das heißt konkret, dass die Jahresgebühr von 600 Euro auf 660 Euro steigt. Was erhalten Kunden dafür? Eine Kreditkarte aus Metall, ein Guthaben für den Fahrservice Sixt Ride sowie eine veränderte Priority Pass Mitgliedschaft. Allen voran wirkt es allerdings so, als ob einfach das hochwertigere Material für eine höhere Jahresgebühr sorgt. Einfach nur sinnloser Schnickschnack oder vielleicht gar keine so schlechte Sache?

Metall bei Kreditkarten ist mehr Schein als Sein

Fragt man Experten, ist das Urteil in Hinblick auf Kreditkarten aus Metall eindeutig: Einen echten Vorteil gibt es nicht. Weder gehen Zahlungen mit einer Metall-Kreditkarte schneller noch ist die Nutzung des kontaktlosen Bezahlens mit NFC einfacher oder flotter. Bleibt noch die Sicherheit, sind Karten aus Metall möglicherweise schwerer auslesbar oder gesondert geschützt? Leider auch hier Fehlanzeige, sodass man ganz klar sagen: Einen echten Vorteil gegenüber Plastik hat Metall bei Kreditkarten schlichtweg nicht. Dazu kommt: Eine Kreditkarte aus Metall ist schwerer als eine aus Plastik und sorgt damit dafür, dass man mehr mit sich herumschleppen muss. Der einzige Vorteil ist wohl der Schein, denn wer auf eine Karte aus Metall sitzt, fällt auf. Ob allerdings positiv oder negativ, bleibt vermutlich noch abzuwarten.

Metall erscheint in Zeiten von Mobile Payment unnötig

Generell ist die Umstellung der American Express Platinum Card ein wenig kurios, denn in Zeiten des wachsenden mobile Payments wird die physische Karte sowieso immer unwichtiger. Wer etwa die Deutschland-Kreditkarte mit Apple Pay nutzt, benötigt einfach nur noch das Smartphone zum Bezahlen – eine physische Kreditkarte ist überhaupt nicht mehr notwendig. Die neue Karte aus Metall ist am Ende zweifelsfrei mehr Schein als Sein.


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