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Wieso heißt es eigentlich steinreich sein?

07.02.2018

Jeder von uns kennt mit Sicherheit die Redewendung „steinreich sein“, doch was ist eigentlich damit gemeint. Leider ist man sich nicht ganz einig, denn es gibt wohl verschiedene Erklärungen dieser Begrifflichkeit. Mal ganz davon abgesehen, das es tatsächlich Orte in Deutschland gibt, die so heißen.

Es besteht die Möglichkeit, das es sich hierbei lediglich um eine Steigerungsform handelt, denn schließlich ist steinreich eine Steigerung von reich. Zu diesem Schluss kann man kommen, da eine Steigerung von alt auch steinalt ist. Weiterhin gibt es die Variante, bei der es sinngemäß „reich an Edelsteinen“ heißt, doch diese Erläuterung ist schlicht falsch. Ende des 17. Jahrhunderts heißt es „des Geldes so viel besitzend, als man etwa in steinigen Gegenden Steine sammeln kann“. Auch wenn dies recht einleuchtend klingen mag, so hat sich doch die folgende Theorie durchgesetzt. Im Mittelalter lebten die meisten Menschen in hölzernen Behausungen oder in Lehmhütten, denn nur die reichen Leute konnten es sich leisten, in Steinbrüchen gehauene und bearbeitete Steine für den Bau ihrer Häuser zu verwenden. Ab dem 13. Jahrhundert wurden zudem in den Städten vermehrt Fachwerkhäuser gebaut, doch auch bei dieser Art der Behausung gab es Unterschiede. Die einfachen Menschen füllten die Lücken zwischen dem Fachwerk meist mit einem Stroh-Lehm-Gemisch und nur die Reichen konnten die Lücken mit Natursteinen oder gebrannten Ziegeln schließen. Auch im Straßenbild konnte man solche Unterscheidungen sehen, da die meisten Straßen nur ausgetretene Wege waren, so waren sie in reichen Gemeinden mit Steinen gepflastert. Anhand von den Häusern beziehungsweise den Straßen konnte man daher leicht erkennen, wer steinreich war.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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