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Wird die Debitkarte das nächste große Ding?

11.07.2019

Visa möchte in Deutschland nicht mehr nur Kreditkarten herausgeben, sondern zukünftig auch Debitkarten – was sind die Hintergründe?

Wird die Debitkarte das nächste große Ding?

In Deutschland sind Kreditkarten von Visa ein bekanntes Produkt. Viele Verbraucher haben verschiedene Visa Karten wie etwa auch die Deutschland-Kreditkarte im Portemonnaie. In Zukunft wollen die Amerikaner allerdings nicht mehr nur Kreditkarten anbieten, sondern auch Debitkarten. Diese gibt es in Deutschland bislang zwar schon von Mastercard, aber auch hier nur in eingeschränkter Zahl (ein Beispiel wäre die N26 Kreditkarte). Visa will den Markt nun aber komplett aufrollen und ein großes Angebot ins Leben rufen. „Visa wird gemeinhin sehr stark mit Kreditkarten in Verbindung gebracht – das wollen wir ändern“, sagt etwa Albrecht Kiel, Visa-Chef für Zentraleuropa, gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Warum findet Visa auf einmal die Debitkarte interessant?

Es war in Deutschland lange Zeit ruhig um ein Produkt wie die Debitkarte. Erst Direktbanken wie die N26 haben überhaupt angefangen, statt einer Girokarte mit V Pay oder Maestro eine solche anzubieten. In anderen Ländern dagegen spielen Debitkarten schon lange eine signifikant wichtigere Rolle, etwa in Großbritannien, Frankreich oder auch den USA. Am fehlenden Interesse der Verbraucher liegt das vermutlich nicht, denn bis vor wenigen Jahren hatten weder Visa noch Mastercard überhaupt Debitkarten im Angebot. Auf dem deutschen Markt werden beide Anbieter dagegen ausschließlich mit Kreditkarten in Verbindung gebracht. Dass Visa dies nun ändern will, liegt allen voran an einem großen noch unerschlossenen Markt, den der Kartenriese erkannt hat.

Wieso hat die Debitkarte in Deutschland Potenzial?

Dass die Debitkarte in Deutschland möglicherweise zu einem großen Erfolg werden könnte, liegt an der aktuellen Zahlungslandschaft. Die Deutschen zahlen noch vergleichsweise häufig mit Bargeld, vor allen Dingen aber auch mit der Girokarte. Ein Produkt wie dieses gibt es in vielen anderen Ländern der Welt im Prinzip überhaupt nicht, stattdessen setzen Verbraucher stattdessen auf Debit- oder Kreditkarten. Interessant ist das insbesondere insofern, dass die Girokarte technisch in die Jahre gekommen ist. In Deutschland sind Zahlungen im Einzelhandel kein Problem, im Ausland kann es aber schon schwieriger werden. Eine Zahlung im Internet ist auch nicht möglich. All das bieten dagegen Debit- und Kreditkarten, wobei die Debitkarte in anderer Hinsicht aber der Girokarte ähnelt, was sie wiederum auch so interessant für den deutschen Markt macht.

Was genau ist bei der Debitkarte anders?

Die Debitkarte basiert auf demselben System wie eine Girokarte: Sie wird mit einem Girokonto verbunden und die Abbuchung aller Beträge erfolgt immer aus dem Guthaben des Kontos – einen Kreditrahmen gibt es nicht. Im Prinzip handelt es sich also um eine Girokarte, die auch im Ausland und online eingesetzt werden kann. Wenn Visa in den nächsten Monaten mit dem Produkt startet, wird man schnell sehen, ob die Deutschen genau darauf gewartet haben!


Bildquellen:

© Stockyimages | Dreamstime.com

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1 Mit der Deutschland-Kreditkarte Classic der Hanseatic Bank kann an Geldautomaten weltweit gebührenfrei Bargeld abgehoben werden. Gegebenenfalls können hierbei Gebühren des Geldautomatenbetreibers anfallen. Das heißt, zusätzlich zum Auszahlungsbetrag können Geldautomatenbetreiber individuelle Entgelte erheben, worauf die Hanseatic Bank keinen Einfluss hat. Derzeit ist dies nur im Ausland (z.B. in Thailand oder den USA) der Fall.

2 Neukunden können den offenen Rechnungsbetrag in den ersten drei Monaten zinsfrei in Teilbeträgen zurückzahlen. Dies gilt für alle Umsätze innerhalb des Verfügungsrahmens, die in den ersten 3 Monaten nach Kreditkarteneröffnung getätigt werden. Die Kreditkarteneröffnung erfolgt in der Regel 5 – 7 Tage vor Erhalt der Kreditkarte. Nach Ablauf der 3 Monate fallen bei Teilzahlung die vertraglichen Zinsen an. Bonität vorausgesetzt. Als Neukunden zählen Antragsteller, die in den sechs Monaten vor Abschicken des Online-Antrages nicht Inhaber eines Kreditkartenkontos bei der Hanseatic Bank gewesen sind.