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Glücksspiel in FIFA 18, Overwatch und Counterstrike sorgt für Aufsehen

18.09.2018

Glücksspiel ist in der Regel ab 18 Jahren erlaubt und teilweise auch erst ab 21 Jahren. Das hat auch einen guten Grund. Es benötigt ein gewisses Reife- und Intelligenzlevel, um sich darüber bewusst zu sein, in welche Situation sich gegeben werden kann, wenn Glücksspiel betrieben wird. Problematisch ist es bei verstecktem Glücksspiel, welches auch offen von Kindern betrieben werden kann, diese sind sich natürlich noch nicht über die Gefahren hinter Glücksspielen bewusst. Genau diese Situation ist jetzt bei einigen Videospielen aufgetreten.

Belgien und die Lootboxen

Nach einem Bericht der belgischen Gaming-Kommission verstoßen Lootboxen, wie sie es oft in Videospielen gibt, gegen das belgische Glücksspielgesetz. Lootboxen sind meist kostenpflichtige Pakete mit zufälligem Zusatzinhalt für die Videospiele. In den Boxen können sich Waffen, Kostüme oder andere spezielle Items für die Spielcharaktere befinden. Die Lootboxen von „FIFA 18“, „Overwatch“ und „Counterstrike: Global Offensive“ verstoßen beispielsweise gegen das Glücksspielgesetz von Belgien. Die Debatte wurde durch das Spiel „Star Wars Battlefront 2“ ins Rollen gebracht. Allerdings ist genau dieses Spiel kein Verstoß gegen das Glücksspielgesetz. Zum Zeitpunkt der Überprüfung verschiedener Videospiele wurden die Mikrotransaktionen aus „Star Wars Battlefront 2“ bereits von EA entfernt. Damit Belgien aber nicht die Spiele selbst verbieten muss, versucht das Land zunächst eine Einigung mit den Publishern und Entwicklern der Spiele zu finden. Ein Mittelweg wäre für alle Beteiligten der beste Weg.

Das Problematische an Lootboxen

Das Problematische an den Lootboxen ist ihre Zufälligkeit. Spieler wissen vor Öffnen der Box nicht was sich darin befindet. Das bedeutet, dass wenn ein Spieler es auf einen bestimmten Gegenstand abgesehen hat, er unter Umständen, zahlreiche Boxen öffnen muss, um diesen irgendwann einmal zu bekommen. Genau diese Eigenschaft der Lootboxen verstößt gegen das belgische Glücksspielgesetz. Die Gefahr nach dem Öffnen der Boxen süchtig zu werden, kommt auch noch dazu. Die Spiele machen es ihren Usern zudem sehr leicht die Box zu kaufen und zu öffnen. Besonders gefährdet sind deshalb Minderjährige, da sie meist nicht einmal darüber nachdenken, dass sie wirklich reales Geld ausgeben. Hinzu kommt bei der Gefährdung von Minderjährigen auch noch, dass „bekannte reale Menschen“, in erster Linie sind damit Youtuber gemeint, indirekt zum Kauf von Lootboxen ermutigen. In ihren Videos kaufen und öffnen Youtuber oft Lootboxen und ihre minderjährigen Zuschauer wollen natürlich ihre Idole nachmachen. Das sind aber nicht die einzigen Probleme, die mit den Boxen auftauchen. Lootboxen bringen Spielern oft einen spielerischen Vorteil. Die Inhalte der Boxen haben aktiven Einfluss auf den weiteren Spielverlauf und bringen Spielern, die für die Boxen bezahlen, einen Vorteil. Spieler, die nicht für die Lootboxen zahlen wollen, haben demnach in einigen Fällen einen großen Nachteil. Dieses Konzept wird auch „Pay2Win“ (zu Deutsch: „Bezahle, um zu gewinnen“) genannt.

Europa

Nachdem Belgien die Lootboxen für sich überprüft hat, prüfen nun auch andere europäische Staaten, ob Lootboxen gegen ihre Glücksspielgesetze verstoßen. Die Niederlande kamen nach einer Studie der niederländischen Spieleaufsicht auch zu dem Fazit, dass mindestens vier besonders populäre Spiele gegen das Glücksspielgesetz des Landes verstoßen. Die Inhalte der Lootboxen können in diesem Fall nämlich auch außerhalb des Spiels gehandelt werden und haben damit einen Marktwert. Aus diesem Grund brauchen die Spiele eine Glücksspiellizenz. Ob Lootboxen auch in Deutschland gegen das Glücksspielgesetz verstoßen, ist weiterhin umstritten. Juristisch gesehen können die Boxen auch als Gewinnspiele verstanden werden, so die USK (Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle). Die Landesmedienanstalten überprüfen derzeit, ob ein Verbot der Boxen auch in Deutschland angebracht ist. Falls diese Spiele nun eine Glücksspiellizenz erhalten würden, dann würde bei manchen Zahlungen mit Kreditkarten auch eine Glücksspielgebühr anfallen. Mehr Informationen zu diesem Thema gibt es hier. Ein allgemeines Verbot der Lootboxen für Europa ist wohl aber nicht in Aussicht.


Bildquellen:

Bildquelle: Michaela Zimmermann / MZ-Datenservice

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